Mit dem Mietwagen über die Highways Kaliforniens, mit dem Wohnmobil durch Australien oder mit dem eigenen Auto nach dem Umzug in ein neues Land. Der Führerschein ist eines der Dokumente, die wir im Alltag am selbstverständlichsten nutzen. Doch im Ausland wird er nicht überall ohne Weiteres anerkannt. Und umgekehrt müssen Menschen, die mit einem ausländischen Führerschein nach Deutschland ziehen, oft eine Übersetzung vorlegen. Wer die Regeln kennt, vermeidet unangenehme Situationen bei Polizeikontrollen, an der Mietwagenstation oder bei der Führerscheinstelle.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick, wann eine Übersetzung nötig ist und welche Alternativen es gibt.

Innerhalb der EU meist kein Problem

Der deutsche Kartenführerschein wird in allen Ländern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums anerkannt. Für Urlaubsreisen in Spanien, Italien oder Frankreich ist deshalb keine Übersetzung nötig. Auch die meisten Mietwagenfirmen in Europa akzeptieren den EU Führerschein ohne Zusatzdokumente. Ältere Papierführerscheine können dagegen Fragen aufwerfen, weil sie schwerer zu lesen und zu prüfen sind. Wer noch einen alten grauen oder rosafarbenen Führerschein besitzt, sollte über einen Umtausch nachdenken.

Außerhalb Europas wird es komplizierter

In vielen Ländern außerhalb Europas reicht der nationale Führerschein allein nicht aus. Dort wird zusätzlich ein Internationaler Führerschein verlangt oder eine offizielle Übersetzung. Der Internationale Führerschein ist ein mehrsprachiges Begleitdokument, das bei der Führerscheinstelle beantragt werden kann. Er gilt nur zusammen mit dem nationalen Führerschein. Informationen zu den Regeln in einzelnen Reiseländern bietet zum Beispiel der ADAC auf seinen Länderseiten.

Manche Länder erkennen den Internationalen Führerschein nicht an oder verlangen zusätzlich eine beglaubigte Übersetzung in der Landessprache. Das gilt besonders für längere Aufenthalte und für Menschen, die dort ihren Wohnsitz nehmen.

Ausländischer Führerschein in Deutschland

Wer aus einem Land außerhalb der EU nach Deutschland zieht, darf mit seinem ausländischen Führerschein in der Regel noch sechs Monate fahren. Danach muss er umgeschrieben werden. Die Führerscheinstelle verlangt dafür meist eine Übersetzung des ausländischen Dokuments, angefertigt von einem anerkannten Übersetzer oder einer zugelassenen Stelle. Je nach Herkunftsland sind zusätzlich eine theoretische und praktische Prüfung nötig.

Wer seinen Führerschein übersetzen lassen möchte, sollte vorher bei der zuständigen Führerscheinstelle nachfragen, welche Form der Übersetzung akzeptiert wird. Viele Behörden verlangen eine beglaubigte Übersetzung durch einen in Deutschland ermächtigten Übersetzer.

Was in der Übersetzung stehen muss

Eine Führerscheinübersetzung gibt alle Angaben des Originals wieder: Name, Geburtsdatum, Ausstellungsdatum, Gültigkeit, ausstellende Behörde, Führerscheinklassen und eventuelle Auflagen wie Sehhilfen. Besonders wichtig sind die Klassen, denn ihre Bezeichnungen unterscheiden sich von Land zu Land. Eine Klasse B bedeutet nicht überall dasselbe, und manche Länder haben eigene Kategorien für Motorräder oder Lastwagen.

Beim Führerschein kommt es besonders auf die anerkannte Form an, nicht nur auf eine wortgetreue Übertragung. Behörden prüfen bei beglaubigte übersetzungen unter anderem, ob Klassen, Auflagen und Stempel vollständig wiedergegeben sind. Wer das vor der Umschreibung klärt, spart sich einen zweiten Gang zur Führerscheinstelle.

Mietwagen im Ausland

Auch Mietwagenfirmen haben eigene Regeln. Manche verlangen bei Führerscheinen in nicht lateinischer Schrift eine Übersetzung, andere bestehen auf dem Internationalen Führerschein. Prüfen Sie die Mietbedingungen vor der Reise genau. An der Station selbst ist es meist zu spät, fehlende Dokumente zu besorgen.

Weitere Dokumente beim Umzug

Der Führerschein ist selten das einzige Dokument, das bei einem Umzug ins Ausland oder nach Deutschland übersetzt werden muss. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Zeugnisse und Arbeitsverträge kommen häufig hinzu. Wie viel die Übersetzung von Dokumenten kostet und wie sich mehrere Unterlagen sinnvoll bündeln lassen, erklärt ein eigener Ratgeber.

Typische Fehler

  • Sich auf den Internationalen Führerschein verlassen, wo eine Übersetzung verlangt wird
  • Die Frist für die Umschreibung in Deutschland verpassen
  • Eine Übersetzung aus dem Herkunftsland einreichen, die nicht anerkannt wird
  • Die Rückseite mit den Führerscheinklassen nicht übersetzen lassen
  • Abgelaufene Führerscheine übersetzen lassen

Führerscheine in fremden Schriften

Besonders oft wird eine Übersetzung bei Führerscheinen verlangt, die in nicht lateinischer Schrift ausgestellt sind, etwa auf Arabisch, Chinesisch, Russisch, Japanisch oder Thai. Polizisten, Mitarbeiter von Behörden oder Mietwagenstationen können diese Dokumente schlicht nicht lesen. Eine Übersetzung schafft hier Klarheit und verhindert, dass eine Kontrolle unnötig lange dauert oder ein Fahrzeug nicht übergeben wird. Wichtig ist, dass Namen in derselben Schreibweise übertragen werden wie im Reisepass. Weicht die Schreibweise ab, kann das bei Kontrollen Zweifel an der Identität auslösen. Ein professioneller Übersetzer achtet darauf und übernimmt die Form aus dem Ausweisdokument.

Fahren mit Wohnsitz im Ausland

Wer seinen Wohnsitz dauerhaft in ein Land außerhalb der EU verlegt, muss den deutschen Führerschein dort meist nach einer Übergangsfrist umschreiben lassen. Die Regeln sind sehr unterschiedlich. In manchen Ländern wird der deutsche Führerschein ohne Prüfung umgetauscht, in anderen sind Theorie oder Praxisprüfung nötig. Fast überall wird dafür eine Übersetzung des deutschen Führerscheins verlangt, oft verbunden mit einer Bestätigung der Echtheit durch deutsche Behörden. Fragen Sie rechtzeitig bei der Verkehrsbehörde vor Ort nach, welche Unterlagen benötigt werden, denn ohne gültige Fahrerlaubnis drohen hohe Strafen und Probleme mit der Versicherung.

Versicherung und Unfälle

Auch Versicherungen prüfen im Schadensfall, ob der Fahrer eine gültige Fahrerlaubnis besaß. Fehlt eine vorgeschriebene Übersetzung oder der Internationale Führerschein, kann das zu Problemen bei der Regulierung führen.

Gut vorbereitet unterwegs

Wer längere Zeit im Ausland lebt oder viel reist, sollte die Regeln seines Ziellandes früh prüfen. Bei Umzügen ist es sinnvoll, Führerschein und weitere Dokumente gemeinsam übersetzen zu lassen. So steht der ersten Fahrt im neuen Land nichts im Weg, und Kontrollen verlaufen entspannt.